Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie hat eine lange Tradition. In Mesopotamien, ca. 3300 v. Chr., in Indien, in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), in Europa seit der Antike und in der Volksmedizin wurde mit Blutegeln therapiert. Ursprünglich ging man in Europa davon aus, dass der Aderlass entgiftet und "Zum Ausgleich der Säfte" beiträgt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Verlagerung auf medikamentöse Behandlungsformen geriet neben vielen anderen Heilmethoden auch die Blutegeltherapie in Vergessenheit.

 

Inzwischen ist bekannt, dass medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) während des Saugvorganges über den Speichel eine Reihe von medizinisch wirksamen Substanzen abgeben.

 

Der Wirkstoffcocktail besteht u.a. aus Hirudin, Calin, Egline, histaminähnlichen Substanzen, Apyrase

und Kollagenasen. Entsprechend ist eine Therapie mit den Egeln blutgerinnungshemmend, antithrombotisch, gefäßkrampflösend und lymphstrombeschleunigend.

 

Der Biss kann ein wenig "pieksen", ist aber durch die beschriebenen Substanzen schmerzfrei. Bei kitzeligen Pferden ist etwas Vorsicht geboten. Ein Nachbluten  ist bis zu 10 Stunden möglich. Die Wunde sollte offen gehalten werden. Der heilende Effekt kann sofort und oft nach einmaliger Behandlung monatelang anhalten.

 

Einsatzgebiete: Hufrehe, Hufrollenerkrankungen, Sehnenverletzungen, Sehnenverletzungen, Ödeme aller Art, Arthrose, Arthritis, Venenerkrankungen (Thrombose), Lymphangitis (Elephantiasis) etc.